SDGs – Gute Vorsätze: Nachhaltigkeit weltweit bis 2030

Was ist Nachhaltigkeit, und was hat das mit grünem und sozialem Investment zu tun? Eine neue Themenserie widmet sich den UN-Nachhaltigkeitszielen (SDGs/Agenda 2030). Jeden Monat stellt Friederike Grabitz eines der Ziele anhand von Beispielen vor und erklärt es für Kunden und Interessenten der SinnGewinn Finanzplanung.

Die Zentrale zur Rettung des Planeten liegt in einem neogotischen Schlösschen im Bonner Stadtteil Bad Godesberg. Hier, in direkter Nachbarschaft zum UN-Klimasekretariat, hat die „SDG-Aktionskampagne“ ihren deutschen Hauptsitz. SDG bedeutet „Sustainable Development Goals“ und steht für nichts Geringeres als die Sicherung unserer Lebensgrundlagen.
„Nachhaltigkeit“ ist ein abstrakter Begriff, der zunächst wenig über die Ethik von Staaten, Organisationen, Unternehmen und Personen aussagt. Um das zu ändern, haben die UN-Mitgliedsstaaten 2012 auf der Rio+20-Konferenz Bereiche festgelegt, in denen sie ökologische und soziale Nachhaltigkeit verwirklichen wollen. Daraus haben sie 17 Ziele mit 169 Unterzielen entwickelt und sich auf einen Zeitrahmen von 15 Jahren geeinigt: Zwischen 2016 und 2030 sollen die SDGs verwirklicht werden.

17 SDGs die UN-Nachhaltigkeitsziele der UN SDG Action Campaign

Die Ziele umfassen soziale Herausforderungen wie die Bekämpfung von Armut, Hunger, Ungleichheit und prekären Arbeitssituationen. Die Menschen sollen Zugang haben zu Bildung, Gesundheit, Gerechtigkeit und sauberem Wasser. Ökologische Ziele sind der Umbau auf nachhaltige Produktion und Energiegewinnung, die Eindämmung des Klimawandels, Biodiversität sowie gesunde Meere und Ökosysteme. Soziale und ökologische Nachhaltigkeit wurden lange als Widerspruch gesehen; die SDGs bringen sie in einem Konzept zusammen.
Zum Weiterlesen 
Arbeitsmaterialien zu den SDGs von Germanwatch : Zukunftsvisionen für eine nachhaltigere Welt: die Agenda 2030 kennenlernen, Herausforderungen in Deutschland – Lösungsansätze und Handlungsoptionen

Um die Sustainable Development Goals zu realisieren, braucht es Veränderungen auf vielen Ebenen. Ein wichtiges Instrument ist das Umlenken von Geld aus nicht-nachhaltigen in nachhaltige Bereiche. Dazu zwei aktuelle Beispiele:

Nachhaltiges Investment für Erneuerbare Energien
Geld ist ein starker Motor – und kann Kraftwerke bauen, die nicht von fossilen Brennstoffen angetrieben werden. Zum Beispiel Photovoltaik-Anlagen in Ostdeutschland. Die Kleinstadt Heldrungen in Thüringen hat 2250 Einwohner, eine idyllische Wasserburg und 1000 Sonnenstunden im Jahr. Hier gibt es seit 2010 einen Solarpark, der aus mehr aus 11.000 Modulen sauberen Strom für 150 Haushalte erzeugt und dabei jedes Jahr eine halbe Million Kilogramm Kohlendioxid einspart.
Die Stuttgarter Versicherung hat Geld in dem Thüringer Solarpark angelegt. Die Investition stammt aus den Mitteln ihrer „Grünen Rente“. Sie verwaltet Renten-Spareinlagen gewinnbringend, sicher und ethisch zum Beispiel durch Investments in Erneuerbare Energien, Mikrokredite und Seniorenheime. Mit Geldern der Grünen Rente werden garantiert keine Unternehmen unterstützt, die Menschenrechte verletzen oder Munition herstellen. Die SinnGewinn Finanzplanung bietet die Grüne Rente als Altersabsicherung an.

Divestment aus nicht-nachhaltigen Projekten
Um ein nicht nachhaltiges Projekt zu stoppen, ist „Divestment“ ein besonders effektives Mittel. „Divestment“ bedeutet, Geldgeber zu überzeugen, dass sie nicht mehr in das Projekt investieren.
Donald Trump möchte in den USA zwei Ölpipelines durch Sioux-Reservate bauen. Die Indianer wehren sich dagegen, weil sie aus Erfahrungen mit anderen Pipelines wissen, dass Flüsse, Seen und Grundwasserreservoirs im Umkreis der Rohre durch Lecks verseucht werden. Die Aktivisten versuchen, Geldgeber der Pipelines vom Divestment zu überzeugen. Drei skandinavische Banken haben schon zugesagt, sich aus dem Projekt zurückzuziehen. Die Deutsche Bank und die Bayern LB wollen dagegen weiterhin die Pipelines finanzieren.

Divestment aus nicht-nachhaltigen Projekten zum Weiterlesen

Verbraucherzentralen: Rettet Geld die Welt?

Auch im Bereich der Geldanlage haben Verbraucher jeden Tag die Wahl, wenn sie sich für Produkte oder Anbieter entscheiden. Doch wie müssen Finanzprodukte gestaltet sein, damit sie eine soziale, ethische oder umweltfreundliche Wirkung entfalten? Braucht es einen neuen gesetzlichen Rahmen, damit Verbraucher nicht nur mit dem Einkaufswagen, sondern auch mit ihren Sparanlagen abstimmen können? Diese und weitere Fragen diskutierte die Verbraucherzentrale Bremen und der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mit Akteuren aus Finanzwirtschaft, Politik, Wissenschaft und Verbänden auf einer Fachtagung in Berlin.